Wie der Flohwalzer zu seinem Namen kam

 

Umstritten, aber dennoch interessant ist folgende Geschichte:

Komponiert hat den Flohwalzer angeblich der Ostfriese Ferdinand Alfred Gustav Loh im Jahre 1890.

Er schrieb in einem Brief an seine Cousine:

"Habe heute früh meinen "Walzer" fertiggestellt. Äußerlich ist er zwar klein, aber ich habe das Gefühl, dass ich alles hineingelegt habe, dessen ich nur fähig bin. Habe alle meine anderen Kompositionen feierlich im Ofen verheizt - die drei Symphonien, die Oper und alles andere."

Ferdinand Loh war sich sicher: Die großen Verlage werden sich um dieses kleine Werk reißen, denn: "Solch ein Stück hat's noch nicht gegeben auf der Welt."

 

Er schrieb über seine kleine Komposition den ersten Buchstaben seines Vornamens und seinen Nachnamen sowie den Titel "Walzer": F. Loh "Walzer". 

Aufgrund eines Missverständnisses ist daraus dann der "Floh-Walzer" geworden.

Warum Loh sein Stück "Walzer" nannte, ist unklar, denn das Stück steht im 4/4-Takt, nicht im 3/4-Takt.

Jedenfalls blieb der erhoffte Erfolg aus, denn sämtliche Verlage lehnten diese Miniatur ab: "Ihr Opus erscheint doch zu seltsam, als dass es sich verkaufen ließe. Versuchen Sie es doch mal mit einem längeren Werk!"

 

Nach seinem Studium ließ sich Ferdinand Loh als Klavierlehrer in der Provinz Englands nieder. Alle seine Bemühungen, seinen Flohwalzer zu verlegen, bleiben erfolglos. So begann er, sein Stück über seine Klavierschüler durch Vor- und Nachspielen zu verbreiten. Innerhalb von 15 Jahren war der Flohwalzer auf diese Weise in ganz Europa bekannt und verbreitete sich mit unglaublicher Geschwindigkeit auch nach Übersee. Und das, obwohl niemand den Notentext je gesehen hatte, weil es ihn ja gar nicht gab!

 

Schon damals hatte sich das Werk von seinem Urheber getrennt und hieß nur noch "Flohwalzer". Schließlich wollte man Ferdinand Loh die Urheberschaft nicht glauben, denn so ein weltberühmtes Werk konnte doch unmöglich von einem Klavierlehrer aus der Provinz Englands stammen, geschweige denn von einem gebürtigen Ostfriesen.

 

1927 starb Ferdinand Alfred Gustav Loh, von der Musikwelt nie zur Kenntnis genommen. Sein letzter Wille war die Bestattung auf offener See, denn - so schrieb er in seinem letzten Brief: "Kein Grabstein soll an mich erinnern. Mein Walzer soll mein Grabstein sein."

 

In Frankreich heißt der Flohwalzer "Côtelettes" (= "Koteletts"), in England "Chopsticks" (= "Essstäbchen"), in Mexiko "los changuitos" (= "kleine Äffchen") und in Russland "sabdschij waltz" (= "Hundewalzer").

 

 

 

(Quelle: https://www.epochtimes.de/welt/der-flohwalzer-der-kein-walzer-ist.a874226.html)